09.09.2016 Arbeit ohne Ende

Gestern gab es keinen Eintrag im Blog. Asche auf mein Haupt, da ich ja anscheinend doch ein paar Interessierte mit meinen Gedanken täglich belästige. Aber es ist mal wieder wie verhext. Anfang des Jahres war konsequente Saure-Gurken-Zeit und jetzt wo neben der Arbeit auch noch ein Umbau und ein Umzug im Raum steht, brennt die Luft in den alten Bürowänden. Dazu kommt noch neues Personal seit Anfang des Monats, was erst mal eingearbeitet werden muss. Das funktioniert zwar gut, aber ist doch anfangs immer mehr Arbeit, als dass sie einem die Arbeit erleichtert.

Viel Arbeit bedeutet neben mehr Stunden tägliche Arbeitszeit als gewohnt natürlich auch die Entscheidung: „Was mach ich zu erst?“ und endet in der Regel in der Überlegung „Welcher Auftrag, welcher Kunde ist am wichtigsten“. Eine Situation, die ich gar nicht gerne mag, denn mir sind alle Kunden gleich wichtig (und das ist jetzt keine Floskel). Aber die Entscheidung, die es zu treffen gilt lautet: Ist es eilig, brandeilig oder supereilig? Was hat Zeit, was lässt sich schieben, wo stecken fixe Termine hinter und bei welchen Kunden kann man die Geduld etwas strapazieren. Da lob ich mir doch die Fleischertheke im Supermarkt, wo ich eine Nummer ziehe und es der Reihe nach geht, egal ob es jemand eilig hat, weil die Gäste schon zum Grillen auf der Terrasse warten und einem die Kaltgetränke weg trinken.

Eigentlich liebe ich ja diese Arbeitsattacken und das Knistern in der Luft, weil Mensch und Maschinen auf Hochtouren laufen, aber wenn man weiß, dass man heute doch eigentlich zeitig Feierabend machen wollte, um noch die Fliesen im alten, neuen Bad von der Wand zu schlagen, dann wird’s echt stressig und dann muss halt auch mal der Blog drunter leiden.

Noch schlimmer ist es dann, wenn man am nächsten Tag schnell den Blog bedient und die Fliesen trotzdem noch an der Wand kleben, weil es einfach nicht schaffbar war. Morgen aber, da sind die Fliesen fällig.

Heute waren wir nur ganz kurz an der Glashütte. Ich habe den Zimmermännern fix mal mitgeteilt, dass sie die Stahlträger in der Halle wieder abbauen müssen, weil mir die Farbe nicht gefällt. Zum Glück konnten sie mit meiner Art von Humor gut umgehen und haben mich nicht gleich zwischen Rauspund und OSB-Platte als Dämmung verbaut. Nein, ich war nur kurz da, weil ich die Holzlieferung für den Zaun annehmen musste. Der Lieferfahrer war nur etwas erbost, dass ich nicht mal eben einen Gabelstapler parat hatte, um die Zaunbohlen von seinem Anhänger zu laden. Als ich ihn aber mal um eine statistische Auswertung gebeten habe, wieviele Privatkunden, die er beliefert einen Gabelstapler besitzen, hat er brav mit mir die Pfosten und Planken per Hand abgeladen. Im Nachhinein haben wir uns auch noch gut unterhalten, weil der liebe Fahrer nämlich so einiges über die alte Glashütte zu erzählen wusste.

Glas wurde ja nur bis ca. 1920 in den alten Gemäuern produziert und dann wurde das Gebäude vielseitig gewerblich genutzt, was auch noch Spuren in der Halle hinterlassen hat. Neben einem Sägewerk gab es lange Zeit eine Werkstatt für Vogel-Nistkästen. Vielleicht sollten wir folierte Gartenzwerge mit in unser Sortiment aufnehmen.

Ich bin sehr gespannt, was wir in der folgenden Zeit noch über die Glashütte im Steinkrug erfahren werden und wir freuen uns auch über jede Anekdote, die wir zu hören kriegen.

Morgen erzähle ich Euch wie es den Fliesen ergangen ist. Und leider habe ich heute kein Foto für Euch. 

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