14.09.16

Der heutige Termin mit dem Kaminbauer war nahezu langweilig. Alles technisch machbar, alles lieferbar und das Thema energetische Sanierung konnten wir uns aus Denkmalschutz Gründen sparen. Somit muss jetzt nur noch der Preis stimmen und innerhalb meiner Kalkulation bleiben. Da ich auf eine Lackierung mit einer Sonderfarbe oder vergoldeten Specksteinen verzichte, sollte es hier aber auch keine bösen Überraschungen geben.

In der Halle sind weiterhin die Zimmerleute tätig, die ich täglich damit begrüße, dass es alles nicht schnell genug geht, was sich mittler Weile als running Gang entwickelt hat und die Jungs wissen wie es gemeint ist – nämlich nicht ernst.

Die Wohnküche in der Betriebsleiterwohnung bekommt eine neue gedämmte Decke und eine Verkleidung mit Rigibs. Die alte Elektrik wird entsorgt und neu verlegt. Auch wenn die Kabellage noch nicht so alt aussieht, gehen wir hier auf Sicherheit. Also läuft das auch alles nach Plan.

Es gibt aber auch Berufszweige in unserer Gesellschaft, die permanent an ihrem zweifelhaften Ruf arbeiten und auch keine Möglichkeit auslassen, sich noch weiter ins Abseits zu katapultieren. Am Morgen wurden die gut gefüllten Bauschutt-Container von einem entsprechenden Unternehmen abgeholt. Es ist ja schön, dass die Container Fahrer eigenständig arbeiten. Ich als Chef möchte ja auch, dass meine Mitarbeiter selbständig ihre Arbeiten erledigen. Aber trotzdem versuche ich mein Personal soweit zu motivieren, dass es selbstständig und gut und vorausschauend und vorsichtig ans Werk geht. Kleine Quizfrage für den ambitionierten Beruferater: Wenn ein Gegenstand in Form eines leichten Metallgitters mir den Weg zur Abfuhr eines Container versperrt, räume ich diesen Gegenstand dann lieber kurz beiseite oder rolle ich mit meinem Container gegen einen Stapel neuer Zaunlatten? Ich brauche mehr wohl nicht zu erwähnen und das Foto sagt sicherlich alles aus, was meine neuen Bonanza-Latten ertragen mussten. Sorry lieber Container-Fahrer, aber da kann ich nur den Kopf schütteln und bin eigentlich ganz froh, dass es nur Holzlatten waren die im Weg standen und nicht vielleicht die Hausecke oder auch ein parkender PKW.

Ich kenne auch schon die Antworten, die ich auf Nachfrage zu hören bekommen werden: „Das war ich nicht“. „Das war schon so“. „Das habe ich nicht gesehen“. Noch kundenfreundlicher wäre: „Da hätten Sie aber selber mal etwas aufpassen können und das Holz wo anders … blablabla“.

Da sieht man es wieder: In manchen Branchen ist der Kunde der natürlich Feind. Aber was soll’s. Man sieht sich immer zwei Mal im Leben und wer weiß, vielleicht beschrifte ich ja mal ein LKW dieses Dienstleisters und dann werde ich nach getaner Arbeit gepflegt gegen die Führerhaustür treten und einfach sagen: „Das war ich nicht“.

Als Fotos gibt es die Küchendecke in Rohzustand und meine schönen angefahrenen Bonanza-Bohlen. Morgen könnte es mit der Berichterstattung etwas eng werden, aber ich gebe wie immer alles.

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