23.11.16 Kastanie

Nach Plan geht es ja nicht immer und das ist auch gut so. Spontanität ist immer wichtig, spannend und fordert einen. Nach dem Blick in die Wettervorhersage für die nächsten Tage habe wir dann schnell mal entschieden, noch im Außenbereich etwas tätig zu sein. Bei Bodenfrost oder sogar bei durchgefrorenen Boden macht es ja wenig Sinn, mal eben noch ein paar Büsche aus dem früheren Garten auszubuddeln. Wer weiß wann wir die Wohnung verkaufen werden und da schöner, familienfreundlicher Wohnraum in Völksen sehr begehrt ist, kann das schneller gehen als das der Schnee weggetaut ist oder der Boden es zulässt, die liebgewonnenen Pflanzen auszugraben.

Ein absolutes Muss – allerdings auch eine echte Herausforderung – ist die Kastanie. Also nicht irgendeine Kastanie, so wie sie in unsern Breiten an jeder Ecke zu finden sind, nein, es ist eine ganz besondere Kastanie. Meine damals kleinen süßen (sie sind heute immer noch süß, aber halt nicht mehr klein) Kinder haben vor rund 10/12/15 Jahren eine Kastanie auf der Straße gefunden, die den Winter überstanden hatte und fleißig dabei war zu keimen. Verantwortungsvolle Eltern nutzen diesen Moment natürlich, um den Kindern das Wunder der Pflanzenwelt zu erklären und Dank des kleinen Sprösslings, bildlich darzustellen.

Letztendlich landete die kleine keimende Kastanie in einem pinkfarbenen, mit Blumenerde gefüllten Ikea-Plasik-Becher auf der heimischen Fensterbank und wurde mal mehr oder auch weniger gepflegt. Ehrlich gesagt – so unter Eltern – macht man sich ja aus solchen Spielereien nicht viel und wartet eigentlich nur darauf, dass die Kastanie anfängt zu schimmeln und man sie schlicht weg entsorgen kann.

Unser kleine Kastanien-Kindchen wollte aber unbedingt groß werden und trotz einiger Dürreperioden wuchs es stetig und verwunderte uns mit ihrem Durchhaltevermögen. Schließlich wurde sie zu groß für den Ikea-Becher und wurde ausgewildert. Nach draußen in den Garten, in einen Tontopf und damit wurde sie eigentlich auch mehr oder weniger vergessen. Bis der Tontopf zu klein wurde und sie in das Blumenbeet gepflanzt wurde.

Heute habe ich gut eine Stunde zusammen mit meiner Frau gebuddelt, um den stattlichen 3,5 Meter hohen Kastanienbaum aus dem Beet zu holen. Denn eines ist ja wohl klar: Wer uns so lange begleitet gilt als Familienmitglied und wird nicht einfach so zurückgelassen.

Der GBB-Transporter musste als Baumtaxi herhalten und nun steht sie an einer wohl ausgesuchten Stelle – wir wissen ja mittlerweile das sie immer größer wird und ständig wächst – und wir hoffen alle, dass sie den Transport und das Umsetzten überleben wird.

Foto gibt es nur im Dunkel, die Sonne geht in dieser Jahreszeit einfach zu schnell unter. Ich werde im Frühjahr berichten, ob alles gut gegangen ist und sie die ersten Triebe entwickelt.

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