30.08.2016

 

Nach einem Jahr der Suche und der gestern berichteten Misserfolge musste ein Plan B her, der endlich die Expansion der Firma vorantreiben sollte. Tag für Tag standen wir uns weiter im Büro auf den Füßen und blockierten gegenseitig einen reibungslosen Arbeitsablauf und immer noch keine Lösung in Sicht. Keine wirkliche Perspektive die Firma zu vergrößern. Einen neuen leistungsfähigeren Maschinenpark in Betrieb zu nehmen. Sich nicht ständig darauf zu konzentrieren, wie, wer, wann, welche Arbeiten verrichten kann ohne dabei jemand anderen in die Quere zu kommen.

Plan B bestand in einer Lösung, die mir eigentlich nicht so sehr behagte: Neubau. Trotzdem dauerte es nur zwei oder drei Nächte und mein Gebäude für eine Büro-Produktions-Agentur war geboren. Oder wie der Architekt den wir später zur Beratung mir hinzuzogen titulierte: „Neubau eines Grafikcenters“. Der Grund, warum ich relativ schnell einen guten Plan für den Neubau hatte, der selbst bei einem Architekten auf große Zustimmung stieß, lag eher in einen Zufall begründete. Nur wenige Wochen vor der Planung besuchte ich eine Vortrag von Erik Spiekermann. Vielleicht ist der Name nicht jedem geläufig, aber hundertprozentig hat jeder, der im grafischen Bereich tätig ist, schon mal mit einer Schrift von Erik Spiekermann gearbeitet. Neben der Tatsache, dass der gute Herr Spiekermann ein begnadeter Typograph und Gestalter ist, kann er auch hervorragende Vorträge halten und hat ein tolles Konzept für die kreative Büroplanung entwickelt. Hier konnte ich also für meinen Entwurf viele Dinge beherzigen,die ich im Vorfeld vielleicht nicht bedacht hätte. Ganz speziell ging es auch um die Arbeitsweise von kreativen Köpfen, die nicht so wie auch ich es gewohnt war, immer den Schreibtisch als Arbeitsort suchen, sondern dank mobiler Technik eben so gut auf einem kuscheligen Sofa oder in der lauschigen Küche zu guten Arbeitsergebnissen kommen können.  Jeder der mal ein Büro plant, sollte sich dahin gehend mal etwas schlauer machen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Unterm Strich und um es kurz zu halten, hatte ich zwar ein geniales Grafikcenter auf dem Papier, aber die Umsetzung scheitert nicht zu letzt an den Kosten, die relativ schnell von Planungsschritt zu Planungsschritt in die Höhe schnellten und ich dann rechtzeitig die Notbremse zog.

Somit war es eher der Frust, als die intensive Suche, die mich wiedermal ins Netz trieb und somit auf das Gewerbeportal der Region Hannover brachte. Nicht unbedingt eine Seite, die man auf anhiebt findet, bzw. auch nicht grade zum stöbern verleitet. Und auch aus dem Eintrag war nicht ersichtlich, ob es sich um eine vergessene Netzleiche handelte oder doch noch aktuell war. Die Email-Adresse für den Erstkontakt war aber doch wider Erwarten aktiv, und ich bekam sogar innerhalb weniger Minuten die automatische Abwesenheitsnotiz des Ansprechpartners zurück gemailt. Der ungefähre Wortlaut: „…bin noch 14 Tage im Urlaub. Die Mail wird nicht weitergeleitet“. Ich hätte keinen Cent darauf verwettet, das sich jemand nach 14 Tage bei mir meldet, aber es passieren immer wieder kleine Wunder und somit kam es zum ersten Besichtigungstermin der Glashütte im Steinkrug.

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