30.10.16 Chaos

 

Überall herrscht Chaos. In der alten Wohnung gibt es keinen Flecken mehr der annähernd was mit Gemütlichkeit zu tun hat. In den neuen vier Wänden stapeln sich Kartons und die erste Möbelstücke, soweit die Räume nutzbar sind und im alten Büro sieht es aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, weil man dort auch zu nichts mehr kommt. Die neue Bürohalle sieht zwar aufgeräumt aus, ist aber schlicht weg noch nicht fertig, was ja auch noch niemand erwartet.

Es zerrt ganz schön an den Nerven und man ist recht angespannt. Jetzt hat es auch noch meine Frau mit einer fetten Erkältung erwischt und wer um 20.00 Uhr ins Bettchen huscht, dem geht es auch einfach nicht gut.

Dazu kommen dann noch die einfach überflüssigen Missstände, die so eine Baustelle mit sich bringen. Mittlerweile verliere ich schon den Glauben an mich selbst und denke, dass ich einfach zu „pissig“ für diese Welt bin. Aber kann mich jemand verstehen? Natürlich ist es möglich, dass ich die Fensterdichtung selber einbaue, weil der Maler sie wohl vergessen hat, nach dem Streichen einzusetzen. Natürlich kann ich mich jetzt stundenlang damit befassen, warum der Sat-Anschluss nicht funktioniert und ganz bestimmt könnte ich jetzt viele Testläufe der Klospülung machen, um zu eruieren, warum ein kleiner Anteil des Spülwassers bei ziehen nicht in der Schüssel, sondern auf meinem Fußboden landet. Aber mal ehrlich. Ist das eigentlich meine Aufgabe? Habe ich oder auch mein Vermieter nicht Menschen einen Auftrag und gutes Geld gegeben, um uns genau diese Dinge abzunehmen?

Das ist wahrscheinlich der Grund, warum man sich zeitlich und terminlich immer so verzettelt, weil es nur Kleinigkeiten sind, die liegen geblieben sind, für die man eigentlich gar nicht verantwortlich ist, aber weil es ja nur eine Kleinigkeit ist, nimmt man sie doch selber in die Hand, anstatt den Verursacher die Sache regeln zu lassen.

Aber dazu habe ich jetzt keine Lust mehr. Ich komme mit meiner Zeit sowieso schon nicht klar, was Kunden, Familie und Freunde leider auch zu spüren kriegen und daher bin ich jetzt halt mal Herr „Pissig“ und moser diese Kleinigkeit an. Wenn es jetzt leider so ist, dass der Sat-Schüssel-Mensch noch mal 45 Minuten Anfahrt hat, um zu prüfen, was an der Installation nicht funktioniert, dann tut mir das menschlich schon leid, aber es kann einfach nicht mein Problem sein. Und auch dass der Sanitärtyp jetzt den Außendienstmitarbeiten der Kloschüssel-Firma zur Baustelle beordern muss, tut mir ja echt leid, aber nennt mir nur einen Grund, warum ich diesen „Fehler“ akzeptieren muss oder es jetzt zu meinem Problem werden soll, warum mir nach dem Klogang auch noch die Füße gewaschen werden.

Vor lauter Nerverei hätte ich jetzt fast vergessen zu berichten, wie die ersten Nacht in der Glashütte war. Ruhig war es und ich habe gut geschlafen und ich möchte betonen, dass es nichts zu mosern gibt.

 

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