04.12.16 Tiefgründig

Das Wochenende bestand eigentlich hauptsächlich darin, die alten, nur noch teilweise mit altem Putz bedecken Wände mit Tiefengrund zu streichen. Eine absolut undankbare Aufgabe, da man stundenlang Wände mit dem Quast streicht – was tierisch auf die Handgelenke geht – und überhaupt keine Veränderung sieht. Erst wenn man nach dem zweiten Anstrich, jetzt wo er getrocknet ist, leicht mit den Hand über die Wände streicht, stellt sich das Erfolgserlebnis ein. Kein Staub, kein Putz mehr, der die Wand herunter rieselt. Alles fixiert und konserviert für die nächste Zeit.

Zum Glück leert sich ab nächste Woche die Baustelle ein wenig. Die Gewerke des Vermieters werden – bis auf noch einige unvollendete Kleinarbeiten – abgezogen und ich habe die Kontrolle über die Arbeiten und Handwerken, wann wer auf der Baustelle ist und was er zu tun und zu lassen hat. Das war ein Knackpunkt der nicht wirklich gut gelaufen ist. Die Absprache zwischen Architekten und mir wäre durchaus verbesserungswürdig. Schöner Nebeneffekt: Das Dixi-Klo ist nun auch vom Hof verschwunden. Ab jetzt wird nur noch im sitzen auf den Mitarbeitertoiletten gemacht.

Der Spezial-Arbeits-Trupp hat uns jetzt auch verlassen und als kleines Dankeschön oder für die Unannehmlichkeiten haben die Arbeiter mir auch noch eine Stulle da gelassen, die ich erst heute entdeckt habe. Vielen Dank, aber irgendwie hatte ich heute nicht wirklich großen Appetit.

Montag wird es in der Halle interessant. Am Freitag haben die Jungs, die die Raumteiler und Innenwände bauen schon mal die Trennwand zwischen meinem Büro und dem Meetingraum vorbereitet. Herzstück dieser Wand wird eine 182 kg schwere 3,40 x 1,40 m hohe Glasscheibe sein, die die Räume trennen und am Montag angeliefert wird. So ein Teil trägt man nicht zu zweit und dann das aufrichten der Scheibe zwischen Steinwänden – da darf dann aber auch nichts schief gehen. Zum Glück bin ich nicht dabei, ich muss ins alte Büro und fleißig alle Aufträge abarbeiten.

Bezüglich der Schnelligkeit der Auftragsabwicklung – ich habe es ja schon erwähnt – ist unserer Reaktionszeit viel zu langsam geworden. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich neben der Arbeit, die uns eigentlich Geld bringt, mich noch um so unnütze Sachen wie Nachsendeanträge oder Providerwechsel (der natürlich grade jetzt nach 20 Jahren seinen Betrieb einstellt) kümmern muss. Zum anderen aber auch, dass noch eine weitere Arbeitskraft im Bereich Mediengestalter/in fehlt. Eine Stellenanzeige von uns war jetzt am Wochenende in der Zeitung und ich bin echt gespannt, ob wir gescheite Bewerbungen bekommen. Natürlich war ich in der Ausschreibung schon im Vorfeld so gemein, dass ich eine gewisse Form einer Bewerbung voraussetze, die vielleicht nicht jedem/jeder liegt. Aber ich wollte vermeiden, dass ich zig Bewerbungen erhalte, denen ich von vorn hinein absagen muss, weil sie nicht in unser Arbeitsprofil passen. Unser Beruf ist ein Kreativ-Beruf und da brauche ich keine 0815 Standard Bewerbung aus Word, mit falsch gesetzten Tabs im Lebenslauf (oder gar keinen), sondern es darf schon ruhig mal etwas außergewöhnliches sein.

Ich erinnere mich gerne an einen jetzigen Chefarzt, dem ich seine Bewerbung in Anlehnung an die Stellenanzeige layoutet habe und der sich somit von rund 100 anderen Bewerbern eindeutig abgesetzt hat und den Job bekommen hat. Fairer Weise muss man sicherlich auch sagen, dass es nicht nur an der gestaltet Bewerbung lag, sondern auch an seinen Qualitäten, aber mit dieser Art der Bewerbung hat er schon mal 75% der anderen Langweilerbewerbungen ausgestochen.

Also an alle, die sich bewerben müssen: Wer mal einen anderen Weg in der Bewerbungsform wählt, macht nichts falsch. Jeder Chef freut sich unter hunderten von Bewerbungen auf Abwechselung und unter dieser Menge Bewerbern mal aus der Reihe zu fallen, kann nur hilfreich sein.

Ich bin gespannt, ob mein(e) neue(r) Mitarbeiter(in) diesen Wink versteht.

 

 

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