23.06.17 Bauabnahme

Unser Betrieb läuft jetzt gut sechs Monte reibungslos – so fern das in unserer Branche möglich ist – und alles funktioniert soweit. Was jedoch wohl seitens des Architekten und Vermieter vergessen wurde, ist die Tatsache, dass es bei diesem Bau- und Renovierungsvorhaben auch noch eine Bauabnahme seitens der Region Hannover gemacht werden muss. Es gab nämlich so einige Vorschriften im Brandschutz und auch im Denkmalschutz, die es gilt einzuhalten damit der Betrieb auch ordnungsgemäß und nach den aufgestellten Regeln laufen darf.

Nun bin ich als Mieter des Objektes nicht in alle Feinheiten der Baugenehmigung eingeweiht und auch technisch nicht so versiert, dass ich in irgendeiner Form beurteilen kann, ob alles so gebaut wurde, dass es der Vorschrift entspricht. Aber dafür gibt es ja Menschen, die sich mit der Materie auskennen.

Als nun bei uns der Tag der Bauabnahme war, bekam man doch schon ein etwas mulmiges Gefühl. Nicht aus dem Grund, weil wir Dinge verbaut oder verändert haben, die man die durfte, sondern eher der Tatsache geschuldet, dass man ja immer wieder Horrorgeschichten hört, dass Betriebe stillgelegt werden oder ganze Flughäfen erst gar nicht genutzt werden dürfen. Und jeder Ungefragte hat natürlich irgendwas dazu beizutragen, dass bei einem Freund dritten Grades schon mal wegen 3 mm der Betrieb versagt wurde und viele weitere Geschichten und Märchen.

Unser Betrieb läuft nun auch nach der Abnahme weiter. Kein Szenario mit Betriebsschließung oder sonstigem. Die Abgesandten der Region und des Denkmalschutzamtes waren freundliche Menschen, die ihrem Job nach kamen und die für die Baugenehmigung entscheidenen und im Vorfeld ja bekanntgegebenen Dinge überprüft haben. Und genau da liegt der Knackpunkt: Wenn in einer Baugenehmigung steht: „Die Treppe muss 130 cm breit sein“ und der Bauherr oder Architekt ist der Meinung 125 cm reichen auch aus, dann ist eine Beanstandung doch gerechtfertigt. Auch wenn dafür das gesamte Treppenaus abgerissen werden muss. Schuld ist daran doch nicht der Typ vom Bauamt, sondern derjenige, der die Vorschriften missachtet hat.

Also die Sache mit der Treppe war jetzt nur ein Beispiel und trifft auf uns nicht zu aber es verdeutlicht vielleicht die Beanstandungen, die es bei uns in der Glashütte gab. Laut Bausatzung muss die Revisionsklappe zum Dachboden ein F30 Brandschutz-Bodenklappe sein. Ist sie aber nicht. Also wurde Sie beanstandet und auch völlig zu Recht. Den federführenden Stellen, die für den Einbau verantwortlich waren, lag je die Baugenehmigung vor und die wussten ja, dass da so eine Bodenklappe gefordert ist. Warum sie nicht eingebaut wurde liegt nicht in meiner Macht darüber zu Urteilen, nur darüber zu klagen, dass da jetzt noch mal ein Gerüst aufgebaut werden muss und sicherlich noch mal ordentlich Kosten entstehen, hätte man vielleicht im Vorfeld umgehen können, wenn man das Kleingedruckte besser gelesen hätte.

Selbige Beanstandung erfolgte auch bei der Brandschutztür zum Heizungsraum, die zwar eine F30 Tür ist, aber leider nicht richtig eingebaut ist und somit den Sinn und Zweck einer Schutztür einfach nicht erfüllt.

Ja, und solche Mängel dürfen ja wohl auch gerne beanstandet werden und so gesehen ist es dann auch nur richtig, dass es Kontroll-Gremien gibt, die prüfen und ggf. beanstanden. Wir haben ja alle erst grade gesehen, was in London passieren kann, wenn keine ausreichende Kontrolle im Brandschutz erfolgt. Und ich sage es gerne nochmal. Diese Beanstandungen sind keine Schikane, sondern von vorn herein aufgestellte Regeln, welche es gilt zu beachten und umzusetzen.

Zwar gibt es Dinge über deren Notwendigkeit gerne die Stirn runzeln kann, z.B. wieso ich jetzt auf meinem Hof weiße Striche malen muss, die sieben Parkplätze anzeigen, wo doch der Hof groß genug ist und locker auch 15 Autos darauf parken können. Aber es stand vor Anfang an so in der Bausatzung und hätte ich das nicht gewollt, hätte ich ja nicht in die Glashütte ziehen müssen.

Alles in allem war die Bauabnahme ein lockere aber korrekte Sache und kein Horrorszenario und wenn die Korrekturarbeiten alle ausgeführt sind, werden wir die nächsten Jahre fleißig arbeiten können.

Zum Abschluss noch ein Blick von der kleinen Terrasse. Für den Ausblick hat sich das alles doch schon gelohnt!

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